Neuigkeiten und aktuelle Mitteilungen aus dem
Institut für Zelluläre und Molekulare Immunologie

Juli 2017:

Überraschende Ergebnisse zur Therapie von allergischem Asthma: eine Studie aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Holger Reichardt deckt neuen Wirkmechanismus von Glukokortikoiden in der Lunge auf.

Veröffentlichung: Klaßen, C., Karabinskaya, A., Dejager, L., Vettorazzi, S., Van Moorleghem, J., Lühder, F., Meijsing, S.H., Tuckermann, J.P., Bohnenberger, H., Libert, C., and Reichardt, H.M. (2017). Airway epithelial cells are crucial targets of glucocorticoids in a mouse model of allergic asthma. Journal of Immunology 199, 48-61 (including cover page).

Hintergrund: Die Behandlung des allergischen Asthma erfolgt überwiegend mittels synthetischer Glukokortikoide. Bislang nahm man an, dass diese vor allem die Funktion der Immunzellen unterdrücken. Die jetzt veröffentlichten Daten deuten jedoch darauf hin, dass Glukokortikoide auch direkt auf die Lunge wirken, insbesondere auf die Typ 2 Alveolarepithelzellen. Dieser Befund liefert einen neuen Angriffspunkt für die zukünftige Entwicklung verbesserter Therapien.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der [Homepage der Zeitschrift The Journal of Immunology]

 

Mai 2015:

Eine jüngst in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie mehrerer Forschungsteams aus den USA und Deutschland, darunter diejenigen von Prof. Dr. Peter Huppke und Prof. Dr. Holger Reichardt von der UMG, widerspricht früheren Ergebnissen, die eine Heilung des Rett Syndroms durch Knochenmarktransplantation in Aussicht gestellt haben.

Veröffentlichung: Wang, J., Wegener, J.E., Huang, T.-E., Sripathy, S., De Jesus-Cortes, H., Xu, P., Tran, S., Knobbe, W., Leko, V., Britt, J., Starwalt, R., McDaniel, L., Ward, C., Parra, D., Newcomb, B., Lao, U., Nourigat, C., Flowers, D.A., Cullen, S., Jorstad, N.L., Yang, Y., Glaskova, L., Vigneau, S., Kozlitina, J., Yetman, M.J., Jankowsky, J.L., Reichardt, S.D., Reichardt, H.M., Gärtner, J., Bartolomei, M.S., Fang, M., Loeb, K., Keene, C.D., Bernstein, I., Goodell, M., Brat, D.J., Huppke, P., Neul, J., Bedalov, A., Pieper, A.A. (2015). Wild type microglia do not arrest pathology in mouse models of Rett syndrome. Nature 521, E1-E4.

Hintergrund: Das Rett Syndrom ist eine Erbkrankheit, die etwa bei jedem zehntausendsten Mädchen in sehr jungem Alter auftritt, unheilbar ist, und zu schweren neurologischen Schäden und geistiger Behinderung führt. Eine im Jahr 2012 veröffentlichte Arbeit hatte Anhaltspunkte geliefert, dass eine Knochenmarktransplantation das Fortschreiten der Erkrankung möglicherweise aufhalten könnte. Daraufhin wurde an der Universität von Minnesota eine klinische Studie gestartet. Die jetzt veröffentlichten Daten ziehen die früheren Ergebnisse jedoch in Zweifel und lassen es unwahrscheinlich erscheinen, dass die erhoffte Heilung möglich sein wird.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der [Homepage der Zeitschrift Nature] sowie beim [Nachrichtendienst ScienceDaily]

 

Februar 2015:

Auszeichnung einer Publikation aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Holger Reichardt durch die Faculty of 1000 als besonders bedeutende Arbeit auf ihrem Gebiet.

Veröffentlichung: Reichardt, S.D., Weinhage, T., Rotte, A., Föller, M., Oppermann, M., Lühder, F., Tuckermann, J.P., Lang, F., van den Brandt, J., and Reichardt, H.M. (2014). Glucocorticoids induce gastroparesis in mice through depletion of L-arginine. Endocrinology 155, 3899-3908.

Hintergrund: Glukokortikoide werden weitverbreitet zur Therapie entzündlicher Erkrankungen eingesetzt. Während seit vielen Jahren bekannt ist, dass eine solche Behandlung zu Nebenwirkungen wie Osteoporose oder Muskelschwund führen kann, zeigte sich nun, dass es bei oraler Verabreichung außerdem zu einer Gastroparese, also einer Störung der Magenentleerung, kommt. Darüber hinaus erklärt diese Beobachtung aber auch erstmals den erwünschten anti-emetischen Effekt der Glukokortikoide, also das Vermindern von Übelkeit und Brechreiz, welchen man sich im Rahmen einer Chemotherapie häufig zu Nutze macht.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der [Homepage der Zeitschrift Endocrinology]

 

Mai 2014:

Auszeichnung einer Publikation aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Holger Reichardt zum Wirkmechanimus von Glukokortikoiden in der Therapie
der Multiplen Sklerose durch die Medizinische Fakultät der Universität Göttingen mit dem Prädikat Gö-VIP (Very Important Publication).

Veröffentlichung: Schweingruber, N., Fischer, H.J., Fischer, L., van den Brandt, J., Karabinskaya, A., Labi, V., Villunger, A., Kretzschmar, B., Huppke, P., Simons, M., Tuckermann, J.P., Flügel, A., Lühder, F., and Reichardt, H.M. (2014). Chemokine-mediated redirection of T cells constitutes a critical mechanism of glucocorticoid therapy in autoimmune CNS responses. Acta Neuropathologica 127, 713-729.

Hintergrund: Hochdosierte Glukokortikoide werden seit vielen Jahren zur Schubtherapie bei der Multiplen Sklerose eingesetzt. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Multiple Sklerose Forschung, der Klinik für Neurologie sowie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Göttingen konnte nun erstmals gezeigt werden, dass ein verändertes Wanderungsverhalten der T-Lymphozyten wesentlich zur Wirksamkeit dieser Therapie beiträgt.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der [Homepage der Universitätsmedizin Göttingen]

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